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8. März – Internationaler Feministischer Kampftag

Auch dieses Jahr gehen wir am Internationalen Feministischen Kampftag auf die Straße! Seit über 100 Jahren kämpfen wir als Teil der Arbeiter:innenbewegung für unsere Rechte und Befreiung – und diese Kämpfe sind aktueller denn je.

Fast jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit. Das aber nicht aufgrund von einer Lifestyle-Entscheidung, wie es uns die CDU weißmachen will, sondern weil immer noch Frauen mehrheitlich die unbezahlte Sorgearbeit verrichten müssen. Es sind auch immer noch mehrheitlich die Frauen und LINTA* (Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen), die in unsicheren, befristeten und unterbezahlten Jobs arbeiten. Noch dazu verdienen Frauen 16 % weniger als Männer – Frauen mit Migrationshintergrund sogar noch mal weniger. Dies sorgt dafür, dass Frauen und LINTA* immer mehr in eine finanzielle Abhängigkeit gedrängt werden. Die Folgen reichen auch in die Zukunft, denn Frauen und LINTA* sind besonders von Altersarmut betroffen. Gerade deshalb können wir nicht darauf verzichten, als Frauen und LINTA* eine zentrale Rolle in den 2026 anstehenden Tarifverhandlungen einzunehmen, denn es werden Löhne für ca. 10 Millionen Beschäftigte verhandelt.

Ihren eigenen Interessen treu bleibend, gehen die Regierenden Hand in Hand mit Großunternehmen täglich weitere Schritte, unsere Arbeits- und Lebensbedingungen zu verschlechtern und den Sozialstaat noch weiter abzubauen. Während wir uns mit einem kaputtgesparten Gesundheitssystem und sinkenden Sozialleistungen herumschlagen, mit steigenden Lebenshaltungskosten und unbezahlbaren Mieten konfrontiert sind, werden Reformen im Sinne der Arbeitgebenden geplant und Ausgaben für die Rüstung getätigt. Auf unsere Kosten werden Sondervermögen im Milliardenbereich für die Militarisierung und die Wiedereinführung der Wehrpflicht getätigt. Mit unseren Geldern befeuert die Bundesregierung dann Kriege auf der ganzen Welt. Egal ob in Rojava, Palästina, Afghanistan, der Ukraine, dem Sudan, dem Iran oder Syrien – in all diesen und unzähligen weiteren Fällen sehen wir, wie schreckliche Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung begangen werden. Etwas, das von der deutschen Bundesregierung unterstützt wird. Frauen und LINTA* sind dabei durch patriarchale und sexualisierte Gewalt und allgemeine Kriegsfolgen ganz besonders betroffen.

Immer wieder erleben wir, wie die Politik im Namen des Schutzes von Frauen und LINTA* rassistische Hetze verbreitet. Zuletzt auch mit der Stadtbild-Aussage von Merz.

Während der Bundeskanzler aber tatsächlich nur vermeintlich besorgt ist um unsere Sicherheit, sehen wir, wie die Gewalt gegenüber Frauen und LINTA* stetig steigt. Fast jeden Tag wird eine Frau ermordet – oft durch ihren Partner oder Ex-Partner. Die Straftaten im Bereich sexuelle Orientierung und Geschlechtsdiversität haben sich seit

2010 verzehnfacht und trotz dieser alarmierenden Zahlen haben wir immer noch keinen ausreichenden Schutz: Die Istanbul-Konvention wird ignoriert und umgangen, Präventionsmaßnahmen werden gestrichen und das Gewalthilfegesetz, das immer noch auf sich warten lässt, soll nicht allen Menschen Schutz gewähren.

Und wir müssen auch heute nach wie vor die Entkriminalisierung von Abtreibungen und einen sicheren und barrierefreien Zugang für alle fordern! Paragraf 218 StGB gehört abgeschafft!

Wir lassen uns nicht spalten, denn wir wissen, dass wir uns nur gemeinsam befreien können. Wie unzählige Frauen und LINTA* in aller Welt, sind auch wir laut, gegen Antifeminismus, Ausbeutung und den steigenden Rechtsruck. Wir wissen uns zu wehren! Deswegen gehen wir am 8. März mit Hunderttausenden weltweit auf die Straße, um internationale feministische Kämpfe zu vereinen!