17.02.2026
Stellungnahme zu den Vorwürfen der Grünen Jugend gegen das Bündnis 8M!
Am vergangenen Sonntag veröffentlichte die Grüne Jugend eine Pressemitteilung, in der schwere Vorwürfe gegen das Bündnis 8M! erhoben werden – darunter antisemitische Äußerungen sowie ein transfeindlicher Übergriff. Wir sind der Meinung, die dort veröffentlichte Darstellung ist einseitig und wollen hiermit unsere Perspektive darlegen.
Die in der Pressemitteilung geschilderte transphobe Anfeindung an einer Bushaltestelle schockiert uns. Transfeindlichkeit und jede andere LGBTIA+ Feindlichkeit haben in unserem Bündnis keinen Platz – darin sind sich alle Teile des Bündnis einig und solidarisieren sich mit dey Betroffene*n. Des Weiteren wollen wir klar stellen: Wir werden, auch nach Austritt der Gruppe, den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen und sind bereits Schritte gegangen, um heraus zu finden um wen es sich bei den Täter*innen handelt. Wir wollen Konsequenzen ziehen, denn es ist uns wichtig, unsere Bündnispartner*innen zu kennen und ihnen auch vertrauen zu können.
Zugleich möchten wir auch hervor heben: Dieser Vorfall ist außerhalb des Bündnisses passiert, nach dem Bündnistreffen. Das ist insofern relevant, da wir ein solches Verhalten in unserem Kreis keineswegs geduldet hätten.
In der Mitteilung wird außerdem behauptet, man sei im Treffen mit antisemitischen Aussagen konfrontiert worden. Eine objektive Beurteilung ist hier natürlich schwierig – in einer solchen Situation steht schnell Wort gegen Wort. Wir weisen als Bündnis jedoch den Vorwurf des Antisemitismus ganz klar zurück. Die weiteren Gruppen haben keine der gefallenen Aussagen als antisemitisch wahrgenommen und hätten andernfalls auch klar Position dagegen bezogen. Wozu wir ganz klare Worte finden wollen, ist der Vorwurf, es wäre eine Aussage gefallen, die sich direkt gegen jüdische Menschen, konkret jüdische Frauen gerichtet hätte. Eine solche Aussage hätte für jede Gruppe in unserem Kreis eine rote Linie dargestellt und wäre nicht geduldet worden. Keine der anderen Gruppen innerhalb des Bündnis kann sich an eine solche Aussage erinnern – im Gegenteil. Als Bündnis erinnern wir uns, dass besonders in unserem ersten Treffen dieses Jahr über jüdische Frauen gesprochen wurde, und zwar in dem Kontext, dass wir diesen Frauen ganz konkret einen Platz auf unseren Demonstrationen geben wollen und auch in unserer Awarenessarbeit aufgegriffen werden muss, wie wir das sicher stellen können.
Vor allem vor dem Hintergrund, dass unser Motto dieses Jahr „internationale feministische Kämpfe vereinen“ lautet, fanden wir es wichtig, auch das Gespräch mit der Grünen Jugend zu suchen. Wir finden es schade und auch unsolidarisch, dass es weder direkt nach dem Bündnistreffen vom 02.02., noch vor dem Post am 15.02., zu einem Dialog über die Vorwürfe gekommen ist und stattdessen direkt der Weg über die Öffentlichkeit gewählt wurde.
Unser Bündnis arbeitet seit Jahren daran, feministische Kämpfe unter einem Minimalkonsens gemeinsam zu vereinen, weil man sich trotz inhaltlicher Differenzen einig ist, Seite an Seite stehen zu wollen. Dieser Minimalkonsens beinhaltet selbstverständlich einen konsequenten Kampf gegen Antisemitismus, Transfeindlichkeit und jegliche anderen rückschrittlichen Tendenzen. Wir stehen weiter hinter unserem Ziel einer Einheit auf den Demonstrationen, freuen uns deshalb auf den 8. März und laden auch weiterhin alle Frauen und LINTA* Personen ein, sich mit uns zusammen die Straße zu nehmen.
8M!-Bündnis Hamburg
